Die Mehrheit lebt in den eigenen vier Wänden.

Das Saarland führt die Tabelle sogar mit 63 Prozent an, Schlusslicht der Bundesländer — mal wieder — Berlin, wo nur jeder Fünfte Wohneigentum besitzt. In den anderen Stadtstaaten sieht die Lage allerdings recht ähnlich aus.

"Ich bin ein Berliner — und ich wohne in meinen eigenen vier Wänden", diesen Satz können nicht viele von sich behaupten. Gerade mal 20 Prozent der Hauptstädter, um genau zu sein. Egal, ob es sich um alteingesessene "echte" Berliner oder Zugezogene handelt: Nur jedem Fünften gehört die Etagenwohnung oder das Haus, in dem er wohnt. Im Umkehrschluss heißt das natürlich folgendes: 80 Prozent sind Mieter. Und damit die große Mehrheit. "Berlin hat schon ordentlich aufgeholt. Die Hauptstadt ist natürlich eine Metropole mit großem, günstigem Mietwohnungsangebot. Aber wenn Abwanderungen ins Umland vermieden werden sollen, muss sich Berlin um mehr Eigentumsangebote für Familien kümmern", sagt Dr. Ivonn Kappel, Pressereferentin der Landesbausparkassen (LBS).

Deutschlandweit gesehen, verhält sich die Lage ganz anders. Denn mit 52 Prozent sind Wohneigentümer die absolute Mehrheit. Dies zeigen die aktuellen statistischen Daten für 2008, die das Forschungsinstitut Empirica für eine Studie der LBS ermittelt hat. Danach führt das kleine Saarland die Tabelle an: Fast zwei Drittel leben hier in ihrer selbst genutzten Immobilie, die ganzen "alten" Flächenländer folgen dicht: Rheinland-Pfalz und Schleswig-Holstein mit 61 Prozent, Baden-Württemberg, Niedersachsen, Hessen und Bayern zwischen 60 und 55 Prozent.

Exakt den Deutschlandschnitt trifft Nordrhein-Westfalen, obwohl es dort einen großen Mietwohnungsbestand gibt. Der Osten hinkt noch hinterher, holt aber auf. "Der Wunsch nach eigenen vier Wänden ist genauso hoch wie im Westen, die Lücke aber aus historischen Gründen noch groß", so Kappel, "günstige Preise in den neuen Ländern erleichtern den Wohneigentumswunsch allerdings auch enorm". So haben Thüringen und Brandenburg mit Potsdam schon die Fünfzig-Fünfzig-Marke erreicht, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern dümpeln mit 38 bis 42 Prozent deutlich hinterher.

Damit erreichen sie eine Quote, die man schon fast in den Stadtstaaten Deutschlands findet, zum Beispiel in Bremen (42 Prozent). Hamburg nimmt mit 25 Prozent vor Berlin den vorletzten Platz ein — kein Wunder bei den Preisen in der Alsterstadt.

Das besondere an dieser personenbezogenen Statistik: In Mieterhaushalten leben im Durchschnitt nur 1,8 Personen, in Eigentumswohnungen oder Einfamilienhäusern hingegen 2,5 Personen. Das macht die Wohneigentumsquote so hoch. Geht es nämlich danach, wie viele Wohnungen selbst nutzende Eigentümer haben, kommt man gerade mal auf 43 Prozent. Das zeigt, dass vor allem Familien mit Kindern gerne Wohneigentum haben oder bilden wollen. Mit kleinen Kindern schaffen das allerdings nur wenige. Der Anteil der 25-39-jährigen Eigentümer ist in den letzten fünf Jahren um 5 Prozentpunkte gefallen. Hier dürfte auch die Abschaffung der Eigenheimzulage Folgen zeigen.

Dafür leben aber bereits zwei Drittel der 10- bis 20-Jährigen mit ihren Eltern im Wohneigentum. Das beweist, dass viele erst ab rund 40 Jahren das nötige Eigenkapital zusammengespart haben, um an die Finanzierung einer Immobilie zu denken. Hier gibt es übrigens kaum mehr Unterschiede zwischen Ost und West: Die 40- bis 45-Jährigen haben hier wie da gleich viel Eigentum. Auch, weil im Osten oft die Preise für Grundstücke oder Häuser günstiger sind.

Wer alt ist und im Osten, besitzt meist kein Wohneigentum. Bei den über 70-Jährigen ist die Kluft zwischen Ost und West am größten. Ein Wechsel wird sich hier wohl erst ergeben, wenn die jungen Familien und ihre Häuser und Wohnungen in die Jahre kommen.

Bleibt die Frage, ob über 40 Millionen Deutsche irren können — oder hat die Mehrheit alles richtig gemacht, in dem sie Wohneigentum erworben hat? "In aller Regel ja. Denn sie haben Sicherheit im Alter. Und alle Befragungen zeigen, dass Eigentümer mit ihrer Wohnsituation hoch zufrieden sind.", sagt Ivonn Kappel von der LBS.