Gute Typen, schlechte Typen.

Nicht nur die Mieten steigen wieder in Berlin. Auch der Wert der eigenen vier Wände nimmt zu — und zwar wesentlich stärker als im übrigen Bundesgebiet. Das ergab ein aktueller Vergleich der Preisentwicklung von Eigenheimen und Eigentumswohnungen in ganz Deutschland, berechnet anhand von abgewickelten Baufinanzierungen über die Kreditplattform Hypoport.

Die Berliner, die Wohneigentum besitzen, dürfte das freuen. Ihre Investition in Betongold lohnt sich — wenn sie in die richtigen Typen von Eigentumswohnungen eingesetzt wurde. Altbau oder Neubau, Platte oder sozialer Wohnungsbau, frei finanziert oder steuerbegünstigt? Der Markt für Eigentumswohnungen in Berlin ist sehr differenziert und hat sich in den vergangenen zehn Jahren entsprechend unterschiedlich entwickelt. Und er sorgt für manche Überraschung: So sind die in Eigentum umgewandelten Wohnungen im Betonplattenbau die heimlichen Gewinner der Hauptstadt. Nach einem leichten Rückgang bis 2006 sind die Preise seitdem spürbar angezogen und lagen mit 1190 Euro je Quadratmeter im Jahr 2008 sogar 16 Prozent über dem Wert von 1999. Zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle Wohnungsmarktbericht der Investitionsbank Berlin (IBB).

Am wertstabilsten trotz Verlusten waren laut IBB die Wohnungen im Neubau im Westteil der Stadt. Seit 1999 sind die Kaufpreise von rund 2560 Euro je Quadratmeter nur um fünf Prozent auf rund 2430 Euro gesunken. Weiterverkaufte Wohnungen in Mehrfamilienhäusern, die zwischen 1980 und 1989 gebaut wurden, haben fast 20 Prozent an Wert verloren. Sie lagen 2008 bei 1600 Euro je Quadratmeter. Wer als Immobilienbesitzer auf umgewandelten Altbau setzte, hatte bis 2006 ebenfalls mit kräftigen Einbußen von 20 Prozent zu rechnen. In den beiden vergangenen Jahren hingegen zogen die Preise wieder an, sodass Altbauwohnungen wieder zum Niveau von vor zehn Jahren gehandelt werden, zu 1540 Euro pro Quadratmeter.

Die größten Verlierer unter den Wohnungstypen sind nach der IBB-Studie die des steuerbegünstigten oder freifinanzierten Wohnungsbaus. Die Preise für solche Objekte fielen mit 41 Prozent ins Bodenlose und wurden für 2008 mit nur noch 970 Euro pro Quadratmeter angegeben. Auch der soziale Wohnungsbau kommt nach Verlusten von 27 Prozent zwischen 1999 und 2008 auf nur noch 1050 Euro je Quadratmeter.

Der durchschnittliche Angebotspreis in Berlin liegt zurzeit bei 1572 Euro je Quadratmeter, die Preisspanne der angebotenen Wohnungen ist jedoch wesentlich breiter: Sie reicht von 1007 bis 2386 Euro für den Quadratmeter Wohnfläche. Wie viel wo gezahlt werden muss, hängt entscheidend vom jeweiligen Stadtteil ab. In Spandau liegt der Durchschnittswert bei 1042 Euro, in Mitte bei 1918 Euro je Quadratmeter. Aber in Mitte liegen auch mit 36 Prozent die meisten Kaufangebote in der Klasse über 2400 Euro für den Quadratmeter. In Pankow, Friedrichshain-Kreuzberg und Charlottenburg-Wilmersdorf müssen Kaufinteressenten ebenfalls deutlich mehr als den Berliner Durchschnittspreis auf den Tisch legen. Vergleichsweise günstig ist es zurzeit nur in Neukölln und Spandau. Hier liegen rund zwei Drittel der Kaufofferten bei einem Quadratmeterpreis von 1200 Euro.