Berlin wohnt immer teurer.

"Um durchschnittlich 6,2 Prozent haben sich Eigentumswohnungen in der Spreemetropole 2010 verteuert", hat Andrew M. Groom, Leiter Immobilienbewertung bei der Beratungsgesellschaft Jones Lang LaSalle (JLL), beobachtet. Betrug der durchschnittliche Quadratmeterpreis Ende 2009 noch 2.110 Euro, mussten Käufer zu Beginn dieses Jahres im Mittel 2.240 Euro zahlen. "Der Wertanstieg lockt nun weitere Interessenten an den Markt", sagt Groom.

Die Nachfrage dürfte noch steigen, wenn der neue Mietspiegel 2011 für Berlin voraussichtlich im Mai vorgestellt wird. Bereits jetzt ist aus Kreisen der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung durchgesickert, was das mit der Erhebung der Kostenstatistik beauftragte Institut Forschung und Beratung für Wohnen, Immobilien und Umwelt (F+B) im Kern herausgefunden hat: Bei den durchschnittlichen Kaltmieten sei am Stichtag 1. September 2010 erstmals die Marke von fünf Euro pro Quadratmeter und Monat überschritten worden.

Für Katja Hemme vom Internetportal Immobilienscout24 ist diese Zahl bereits längst überholt. Eine Auswertung der Berliner Vermietungsangebote auf der Webseite des Portals zeige, dass die Renditen der Wohnungsvermieter noch stärker zu gelegt haben. Danach beträgt die durchschnittlich am Hauptstadtmarkt geforderte Kaltmiete bei Wohnungen im Bestand und in Neubauten im Mittel inzwischen 6,60 Euro pro Monat und Quadratmeter. "Das sind rund 1,60 Euro mehr als vermutlich der Mietspiegel ausweisen wird", sagt Hemme.

Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt auch eine neue Studie des Maklerhauses Aengevelt. "Für Wohnungen im Bestand werden derzeit im Mittel Mieten von 6,10 Euro pro Quadratmeter und Monat aufgerufen", sagt Markus Schmidt, Leiter der Researchabteilung bei Aengevelt. Das entspreche einem Anstieg von 32,6 Prozent gegenüber der durchschnittlichen Bestandsmiete von 4,60 Euro pro Quadratmeter im Jahr 2000.

Jedoch sind die Mieten und Immobilienpreise längst nicht in allen Kiezen gestiegen. "Die Wohnungsmärkte entwickeln sich sehr unterschiedlich", sagt der Immobilienforscher. Die höchsten Mieten würden mit zehn Euro und mehr in den traditionell hochpreisigen Ambientequartieren Grunewald und Dahlem, rund um den Kurfürstendamm und am Gendarmenmarkt, Potsdamer Platz und Unter den Linden erzielt. Im Szene-Kiez Prenzlauer Berg sei die Durchschnittsmiete auf knapp über neun Euro gestiegen. Allerdings zeige das Beispiel des Bergmann-Kiezes in Kreuzberg, dass nicht alle Mieter bereit sind, die Preisanstiege hinzunehmen, sagt Schmidt. "Seit Vermieter hier im Schnitt acht Euro fordern, kehren Studenten dem Quartier den Rücken und ziehen in das billigere Neukölln." Dort seien Wohnungen noch für 4,50 Euro zu bekommen.

Für Wohnungskäufer sind die Preise nach den vorläufig bekannten Zahlen der Aengevelt-Statistik im vergangenen Jahr am stärksten in Friedrichshain und Pankow gestiegen. "Hier verteuerten sich Wohnungen um zum Teil deutlich mehr als fünf Prozent", sagt Schmidt. Bis zu 3.100 Euro pro Quadratmeter für Objekte im guten und gehobenen Standard müssten Käufer inzwischen in Friedrichshain zahlen, in Pankow sogar bis zu 4.100 Euro. In den Bezirken Charlottenburg-Wilmersdorf, Mitte und Lichtenberg verteuerten sich Wohnimmobilien um bis zu fünf Prozent. "Dabei werden in Mitte mit bis zu 6.000 Euro die höchsten Quadratmeterpreise aufgerufen", sagt der Marktforscher. Hingegen mussten Eigentümer in Spandau und Treptow-Köpenick Wertverluste hinnehmen. In beiden Quartieren fielen die Durchschnittspreise um mehr als einen Prozent auf eine Spanne von 1.100 bis 1.800 Euro pro Quadratmeter.

Kaufpreis EUR pro m² — Eigentumswohnungen

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Mieten in Berlin

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